Morgens springt das Auto nicht an, man nimmt den Zug - und am Nachmittag erfährt man, dass es einen Unfall auf der Hauptstraße gab. Man fragt sich, ob man das neue Jobangebot wirklich annehmen sollte oder nicht - und da hört man von einer nahenden Kündigungswelle. Zufälle oder Zeichen? Aber wer glaubt schon an Zeichen. «Der Gürtel» ist eine Geschichte über die Bedeutsamkeit von Zeichen und darüber, dass man sie manchmal erst zu spät wahrnimmt.
Heinrich von Kleist: Spuk und Trug – Über Erzählstrategie
„Rittergeschichte mit Gespenst“ – als solche könnte man Heinrich von Kleists Erzählung „Das Bettelweib von Locarno“ bezeichnen. Dass in der kaum 1000 Wörter starken Geschichte mehr steckt, musste nicht erst die Legion von Wissenschaftlern zeigen, die sich im Laufe der letzten 200 Jahre mit dem Text auseinandersetzten. Wie hat Kleist so viel Bedeutung in so wenig Text legen können?